USA – Über den Highway No. 1 Richtung Mexiko

Der Highway No.1
Der Highway No.1

Jens: Wir haben uns direkt an die Küste begeben und sind dieser so dicht als möglich gefolgt, das bedeutet immer entlang dem Highway No.1. Er führt in weiten Teilen direkt am Pacific entlang und macht der australischen Great Ocean Road gehörig Konkurrenz. Eine Kurve nach der anderen und nach jeder Kurve wieder neue phantastische Ausblicke.

Aber auch Städte kreuzen unseren Weg – wir schauen also mal in Los Angeles und San Diego vorbei. Und dann geht es an die Vorbereitungen für unsere nächste Etappe – Mexiko.

 

Besuch bei John
Besuch bei John

In San Francisco begnügen wir uns mit einem Abstecher nach Santa Clara, südlich von San Francisco. Dort wollen wir John, den Heidenau Importeur der USA, besuchen. Wir hatten bereits vor einigen Monaten Kontakt mit ihm und wollten einfach mal vorbei schauen und „How are you“ sagen.

Er gewährte uns einen Blick in sein Lager – WOW! Reifen soweit das Auge reicht – damit könnten wir endlos weiterfahren....

San Francisco selbst haben wir uns geschenkt, ich war dort schon einmal. Es ist eine schöne Stadt, aber eben „nur“ eine Stadt. Uns zieht es weiter Richtung Süden.

 

Mit dieser Aussicht geht es Richtung Süden
Mit dieser Aussicht geht es Richtung Süden

Zunächst müssen wir aber an die Küste, um auf den Highway No. 1 zu kommen. Auf dem Weg fragen wir uns auch, wann wir eigentlich das letzte mal am Meer waren? Es war in Alaska, eine gefühlte Ewigkeit ist es her und wir freuen uns wieder auf das Meer.

Wir riechen es schon bevor wir es sehen, dann bekommen wir diesen feinen Salzgeschmack auf die Lippen und lauschen der Brandung. Dieser Anblick wird uns nun einige Tage begleiten und wir werden versuchen so selten wir nur möglich die Küstenlinie zu verlassen.

 

Eine geniale Strecke
Eine geniale Strecke

Das gelingt uns auch sehr gut, denn der Highway No.1 schmiegt sich sanft an die Felsen der Küste und so haben wir links die Berge und rechts den Pacific.

Der Verkehr hält sich sehr in Grenzen, Ortschaften gibt es ebenfalls nur wenige, so können wir Stunde um Stunde ungestört vor uns hin cruisen. Der Fahrbahn Belag ist vorwiegend sehr gut, nur selten wird es ruppig oder man steht mal kurz an einer der wenigen Baustellen. Hier haben wir wirklich eine der amerikanischen Traumstraßen unter den Rädern!     

 

"Mahlzeit!"
"Mahlzeit!"

Wenn wundert es da, dass man hier eine traumhafte Lage für einen Mittagssnack findet. Die Entscheidung fällt uns leicht, denn jeder Rastplatz bietet eine tolle Aussicht – das ist der Vorteil, das Meer sieht eben immer gleich aus...

Als wir fast fertig sind, trifft noch ein Bremer Urlauber Pärchen ein. Wir haben sie bereits vor einiger Zeit im Death Valley getroffen. Wenn das mal kein Zufall ist, dass sie hier auf der selben Strecke unterwegs sind und dann auch noch den selben der unzähligen Rastplätze ausgesucht haben. Da kommt wieder mein Lieblingsspruch zu tragen – die Welt ist ein Dorf.

 

Keine Steine - sondern Seeelefanten
Keine Steine - sondern Seeelefanten

Dann sehen wir an den Stränden seltsame „Steine“ liegen. Aus der Entfernung sieht es aus als wäre der Strand gespickt mit glatt gespülten Felsen. Erst als wir näher kommen sehen wir hier hunderte von Seeelefanten liegen.

Sie reihen sich hier dicht an dicht, es macht riesigen Spaß sie zu beobachten. Die meisten liegen nur faul im Sand, aber irgendwo geht immer wieder die Post ab. Lautes Gebrüll, Raufereien, ein Neuankömmling....

Wir verbringen dort mehr Zeit als wir eigentlich vor hatten. Es ist schon spät und wir brauchen noch einen Platz für die Nacht.

 

Das letzte Tageslicht
Das letzte Tageslicht

Es wird bereits dunkel, als wir einen Platz direkt am Strand finden wo wir unser Zelt aufschlagen werden. Solche „Nachtschichten“ mögen wir eigentlich nicht, denn es gibt angenehmeres als sich sein Lager in der Dämmerung oder im Dunkeln einzurichten. Aber an diesem Tag schaffen wir es noch im letzten Tageslicht und unter Beobachtung einer Möwe.

Auch wenn wir in Californien unterwegs sind, so wird es nach Sonnenuntergang doch empfindlich kalt, schnell verschwinden wir in unseren Schlafsäcken. Der nächste Morgen gibt uns wieder Aufschluss über die Tiefsttemperaturen – wir kratzen das dicke Eis von den Sitzbänken...

 

Unsere "Villa" in Malibu
Unsere "Villa" in Malibu

Weiter südlich werden die Temperaturen milder und kurz vor Los Angeles entschließen wir uns in Mailbu sesshaft zu werden. Hier leben angeblich viele Prominente, was man auch an den Immobilienpreisen merkt. Also wollen wir diese exklusive Wohnlage doch auch mal testen und schlagen unsere „Villa“ hoch über dem Highway No. 1 mit erstklassigem Meerblick auf.

Zu unseren Nachbarn zählen Charlie Sheen, Barbara Steisand, Pink, Thomas Gottschalk und wer weiß wer sonst nicht noch alles. Wir haben die Befürchtung, dass man diese „Promidichte“ an der Preisgestaltung selbst der umliegenden Imbissbuden merken wird.

 

Lecker und sogar preiswert
Lecker und sogar preiswert

In der direkten Nachbarschaft finden wir einen typisch amerikanischen Schnellimbiss. Malibu Seafood – direkt am Highway No. 1 eine echte Empfehlung von uns. Die Preise sind für kalifornische  Verhältnisse noch human und es ist wirklich lecker. Der Slogan „The reason we don’t open for breakfast is we’re out catching lunch“ – scheint wahr zu sein. Super lecker wie nur frischer Fisch, Shrimps & Co. schmecken können.

Zudem anscheinend eine echte Institution. Jeder Zweie Gast posiert vor dem Eingang und lässt sich erst mal fotografieren. Und es sind keine „normalen“ Gäste – es scheint eher eine Art Modenschau von aufgedonnerten Hungerhaken, die mit  Maserati, BMW & Co. vorfahren. Würde mir der Laden gehören – ich würde die Preise anheben....

 

Ein Snack in Beverly Hills
Ein Snack in Beverly Hills

Dann ging es für uns mal einen Tag nach L.A. – wir wollten wissen, ob die Stadt tatsächlich etwas mit „Engeln“ zu tun hat und warum so viele Menschen unbedingt hier leben wollen. Angefangen haben wir erst mal ganz dezent in Beverly Hills – so zu sagen L.A. für Einsteiger.

Nett, aufgeräumt und der Verkehr hielt sich an diesem Sonntag Morgen in Grenzen. Wer hier ein Eigenheim sein Eigen nennen darf, der hat es wohl geschafft – zumindest finanziell oder in Sachen Kreditauskunft. Der Fuhrpark steht meist sauber aufgereiht vor dem Häuschen und trägt vorwiegend den Stuttgarter Stern. Hier und da mal irgend eine flache PS-Flunder, deren Sinn sich uns im Land des Tempolimits nicht erschlossen hat. Zumal einige Straßen in Beverley Hills vom Zustand her eher nach etwas mehr Bodenfreiheit verlangen. Wir halten es da wie der alte Fritz:  „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.“

 

Eine andere Art von "Snack"
Eine andere Art von "Snack"

Hollywood, Down Town, China Town, Japan Town oder auch Korea Town, sowie einige der bekannten Straßen L.A.’s haben wir mal abgefahren. Den Charme der Stadt haben wir dabei nicht entdeckt – „Just another big town“ können wir da nur sagen. Warum es Menschen gibt, deren Ziel es ist hier zu leben hat sich uns auch nicht erschlossen. Gegen Mittag wurde die Luft wirklich dick – Abgase machten sich breit. Der Verkehr nahm erheblich zu, im Stop and Go ging es durch die Stadt. Feuerwehr, Polizei und Notärzte schossen alle halbe Stunde irgendwo an uns vorbei. Am späten Nachmittag hatten wir dann genug – einen Abstecher nach Venice Beach wollten wir uns aber noch gönnen.

 

Venice Beach
Venice Beach

Also ging es runter an den Strand, Parken – selbst mit dem Motorrad nur für harte Dollars möglich. Es wurden 18 $ aufgerufen um unsere beiden 800er irgendwo in einer Ecke zu platzieren.

Die bekannte Strandpromenade war dann natürlich brechend voll. Lustige Vögel, verrückte Typen und auch reichlich Touristen schlendern hier am Strand entlang. Hier und da lässt sich etwas Marihuana, Hanff oder sonstige Leckereien besorgen – alles natürlich zu rein medizinischen Zwecken!

Jetzt dürft Ihr noch raten, wer bei der Präsidentschaftswahl letzte Woche hier in Kalifornien gewonnen hat... die Demokraten oder Republikaner?

 

Sonnenuntergang in Malibu
Sonnenuntergang in Malibu

Uns war die Luft zu dick, die Straßen zu voll und die Menschen zu aufgedreht – also zogen wir uns wieder in unsere „Villa“ nach Malibu zurück und genossen bei einem lecker Bierchen den Sonnenuntergang.

Der Wind bläst hier am Meer ständig, also ja nichts „unbeschwertes“ irgendwo rum liegen lassen. Wir wissen nicht mehr wie oft wir an diesem Abend irgendetwas hinterhergesprungen sind – vom Tofpdeckel, über Tassen und Teller - aber der Sonnenuntergang war grandios...

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Malibu, dem Ort der Schönen und Reichen und ganz schön Reichen. Wir schauen noch kurz bei Starbucks in Malibu vorbei und staunen immer wieder über die aufgedonnerten Hungerhaken, die hier in Porsche, Mercedes & Co. vorfahren....

 

 

Besuch bei GoPro
Besuch bei GoPro

Auf unserem weiteren Weg Richtung Süden schauten wir noch bei GoPro vorbei. Wir hatten Ihnen vor Wochen eine Email geschrieben, wie schade wir es doch finden, dass unsere vor der Reise neu angeschafften Kameras inzwischen schon das zweite Update erfahren haben und die neuen Modelle doch so unerschwinglich für Langzeitreisende sind. Daraufhin wurden wir eingeladen doch einfach einmal vorbei zu schauen auf unserem Weg Richtung Süden. Wir wurden herzlich von Katie empfangen und standen Rede und Antwort zu unserer Tour und manch anderem...

Und plötzlich bekamen wir zwei niegelnagelneue GoPro HD Hero 3 mit massig Zubehör für  unsere weitere Tour - WOW - wir waren sprachlos und die Freude riesig!

Ohne hier jetzt Werbung machen zu wollen – die Hero 3 ist ein Quantensprung zur ersten HD Hero – wir waren einen vollen Tag damit beschäftigt die neuen Möglichkeiten zu entdecken....

 

Gute kostenlose Landkarten beim US Bruder des ADAC
Gute kostenlose Landkarten beim US Bruder des ADAC

Dann in San Diego angekommen galt es uns auf Central America vorzubereiten. Dass bedeutet wieder einmal ein paar Tage reichlich Arbeit, Fahrerei, Lauferei und Recherche wo wir was am Besten erledigt bekommen. Wir hassen solche Tage, aber sie sind nötig...

Beim AAA bekommen wir mit unserer ADAC Mitgliedschaft kostenloses Kartenmaterial zu Central-America und eine sehr gute detaillierte Karte der Baja California. Bei BMW San Diego warten unsere neuen Hinterreifen auf uns, die uns John hier in kürzester Zeit hergeschickt hat. Dann geht es noch in den Copy Shop. Dokumente kopieren, Versicherungspolicen und sonstige Dokumente für die anstehenden Grenzübergänge ausdrucken. 

 

San Diego Old Town
San Diego Old Town

Dann geht es natürlich auch nach Down Town – San Diego habe ich von meinem letzten Besuch noch als sehr schöne Stadt in Erinnerung und das wollen wir nun noch einmal überprüfen... und siehe da – die Erinnerung hat mich nicht getäuscht. Ob in Old Town, im Gaslamp-Quarter oder am Hafen mit seinem Maritim Museum- San Diego hat Charme und bietet viele nette Ecken, die zum Verweilen einladen. Trotz der 1,3 Millionen Einwohner wirkt die Stadt noch relativ beschaulich und strahlt mexikanisches Flair aus. 

Pink Police - cool!
Pink Police - cool!

Die Stadt präsentiert sich uns an diesem Wochenende in pink – es findet der Susan G. Komen  „3-Day“ statt. Ein Charity Walk zum Thema Brustkrebs. Jeder Läufer ist in pink unterwegs, hat mindestens 2.300 $ Spendengelder gesammelt und läuft nun in 3 Tagen 60 Meilen durch die Stadt.

Was uns an der Aktion besonders gut gefällt ist die Stimmung und der Zusammenhalt der ganzen Stadt. Wo auch immer pink gekleidete Läufer auftauchen wird geklatscht und sie werden angefeuert, selbst die Polizei ist dabei und fährt Ihre Streife in pink.

WOW - stell sich das mal einer in einer deutschen Großstadt vor...

 

Na woran denkt die junge Frau...?
Na woran denkt die junge Frau...?

Wir sitzen lange bei bestem Wetter am Hafen - beobachten das bunte Treiben und träumen von unserer nächsten Etappe.

Dienstag früh um 8:00 Uhr werden wir am Grenzübergang nach Mexiko stehen, uns durch den Papierkram der Grenzabwicklung kämpfen und ab geht es auf die Baja California ,wo uns Traumstrände und vieles mehr erwarten werden. Wir freuen uns auf einen neuen Kulturkreis, Tortillas, Chilis, Tequila und andere Leckereien sowie endlich wieder etwas mehr Exotik in unserem Reisealltag.

Daher sagen wir „hasta luego America y vamos a Mexico“!

 

 

Kommentare: 3 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    die Duese's (Montag, 19 November 2012 20:08)


    Hai Ihr Zwai,
    mal wieder ein Wahnsinns Bericht mit super Fotos. Der Neid sei mit euch. Jetzt seid ihr schon seit fast zwei Jahren unterwegs und so gut wie keine Regenbilder bisher eingestellt:-)
    Weiterhin gute Fahrt und bienvenidos a Mexiko.
    Anni + Andreas

  • #2

    Martin in Chile unterwegs (Donnerstag, 22 November 2012 15:52)

    Na da haben die USA ja doch noch einen sehr schönen Abschluss gefunden. Viel Spaß dann mit dem Spanisch in Mexiko. Aber das kennt Ihr ja schon. Und um die Baja beneide ich Euch besonders. Gute Fahrt wünscht Euch
    Martin

  • #3

    Ludwig (Freitag, 23 November 2012 08:29)

    Hallo Ihr zwei,
    Wieder ein schoener Bericht & tolle Fotos.
    Wir hoffen dass ihr an der Grenze zu Mexico mit den folgenden Worten empfangen werdet,
    “Bienvenidos a México – Katie & Jens”
    Liebe Gruesse an euch von Down Under, Traudl & Ludwig.